PDFs direkt im Browser anzeigen mit Evince

Evince ist standardmäßig der Dokumentenbetrachter von Gnome, aber auch von Xfce. Mit einer vollwertigen Textsuche, Thumbnails, Lesezeichen ist er trotzdem schnell und leichtgewichtig. Grafiken werden von der Cairo-Library dargestellt, die mit Hilfe der Grafikkarte schnell und hochwertig rendert.

Mit mozplugger lassen sich PDF-Dateien im Firefox eingebunden anzeigen.

[user@fedora ~]$ su -c 'yum install mozplugger'

Leider klappt das nicht auf Anhieb, Evince öffnet PDFs nach wie vor in einem separatem Fenster. Grund hierfür ist, das ein entsprechender Eintrag in der Konfigurationsdatei fehlt.

1. Um das Problem zu beheben öffnen wir als root die Datei /etc/mozpluggerrc mit Vi:

[root@fedora ~]# vim /etc/mozpluggerrc

2. Dort springen wir direkt zur Zeile 282 und fügen danach eine neue Zeile für Evince ein:

:282
repeat noisy swallow(evince) fill: evince "$file"

Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus:

application/pdf:pdf:PDF file
application/x-pdf:pdf:PDF file
text/pdf:pdf:PDF file
text/x-pdf:pdf:PDF file
	ACROREAD()
        repeat noisy swallow(evince) fill: evince "$file"
	repeat noisy swallow(kpdf) fill: kpdf "$file"
	repeat noisy swallow(Xpdf) fill: xpdf -g +9000+9000 "$file"
	repeat noisy swallow(okular) fill: okular "$file"
	GV()
	repeat noisy fill exits: evince "$file"

3. Abschließend speichern, Vi schließen und den Firefox neu starten:

:wq

Fertig!

Wie bekomme ich Flash unter Linux?

Letzte Woche hat Adobe bekannt gegeben, den Flash Player für Linux sterben zu lassen künftig nicht mehr zu aktualisieren. Googles Chrome wird damit der einzige Browser sein, der unter Linux weiterhin Flashmedien unterstützt. An sich habe ich damit keinerlei Probleme, da ja die großen Videoportale wie Youtube und Vimeo mit gutem Beispiel voran gehen und auf HTML5 setzen. Es ist schön, zu beobachten, wie sich freie Standards nach und nach durchsetzen. Leider gibt es aber immer noch genügend Inhalte, die Flash voraussetzen. Was also tun?

 

Die herkömmliche Alternative: Gnash

Gnash ist das von der Free Software Foundation geförderte Projekt mit einer sehr aktiven Entwicklergemeinschaft im Hintergrund. Auch wenn es nur SWF bis Version 10 abspielen kann, bietet es doch eine rudimentären Ausweg aus dem proprietären Dilemma. Nicht zuletzt weil das Plugin Youtube-Videos nahezu perfekt wiedergeben kann. Das Tool ist in den Fedora Repositories und kann einfach installiert werden:

[root@fedora ~]# yum install gnash gnash-plugin

Wer Konqueror als Browser nutzt, kann anstatt “gnash-plugin” auch “gnash-klash” installieren:

[root@fedora ~]# yum install gnash-klash

 

Der Newcomer: Lightspark

Im Fedora-Zusatzrepository RPMFusion findet sich mit Lightspark eine weitere Möglichkeit, an die gewünschten Inhalte heranzukommen. An die Funktionalität von Gnash kommt es zwar nicht ganz heran, ist die Entwicklung doch noch relativ jung. Aber es ist doch immer gut noch weitere Wege offen zu haben. Installieren lässt sich Lightspark erst nachdem wir den Free-Bereich von RPMFusion aktiviert haben. Hier die nötigen Schritte unter Fedora 15 und 16:

[root@fedora ~]# wget http://download1.rpmfusion.org/free/fedora/rpmfusion-free-release-stable.noarch.rpm
[root@fedora ~]# yum localinstall --nogpgcheck rpmfusion-free-release-stable.noarch.rpm
[root@fedora ~]# yum install lightspark lightspark-mozilla-plugin

Das war’s!
Wie sind eure Erfahrungen damit? Oder verzichtet ihr eh schon ganz auf Flash?

 

Fedora einfach upgraden mit PreUpgrade, Anaconda oder Yum

Auch wenn Fedora 15 noch einige Monate Updates bekommt, ist ein Upgrade auf die aktuelle Version 16 sicherlich sinnvoll. Auch gibt es immer noch recht viele Kisten, die auf Fedora 14 laufen und schon eine Weile keine Updates mehr erhalten. Distributions-Upgrades (nicht nur bei Fedora) können aber durchaus Probleme bereiten. Deshalb hier die wichtigsten Schritte, um dies so schmerzfrei wie möglich durchzuführen – auch wenn man von Version 14 direkt auf die aktuelle 16 aktualisieren möchte.

Möglichkeit 1: Der grafische Weg über PreUpgrade

Ihr installiert euch das Paket “preupgrade” und führt es (natürlich als root) aus:

[root@fedora ~]# yum install preupgrade
[root@fedora ~]# preupgrade

Der damit gestartete grafische Assistent besteht aus zwei selbsterklärenden Schritten: Der Versionsauswahl und dem eigentlichen Upgradeprozess. Für Hintergrundinfos oder bei Problemen hilft die entsprechende Wiki-Seite weiter.

Möglichkeit 2: Der grafische Weg über Anaconda

Bei einer schlechten Internetanbindung empfiehlt es sich, eine Installations-DVD zu verwenden, da der Upgradevorgang sonst ewig dauert. Fragt einfach Freunde oder Bekannte, ob sie euch die ISO-Datei herunterladen und brennen können. (Notfalls könnt ihr euch auch an mich wenden.)

Die DVD bootet ihr wie jede andere Live-CD auch, der grafische Installer “Anaconda” erkennt automatisch bereits installierte Versionen von Fedora und Red Hat Enterprise Linux. Wählt einfach die Gewünschte unter “Upgrade an Existing Installation” und los geht’s!

Achtung!Der Installer macht alle Partitionen außer /home platt! Alle bereits installierten Programme, die nicht aus den Fedora-Paketquellen stammen, werden gnadenlos überschrieben. Ihr solltet euch unbedingt vorher die Liste dieser Programme sichern:

[root@fedora ~]# rpm -qa --qf '%{NAME} %{VERSION}-%{RELEASE} %{ARCH}\n' > ~/old-pkglist.txt

Auch empfiehlt es sich ein Backup der Konfigurationsdateien zu machen und dieses entweder auf /home (falls eigene Partition) oder auf CD zu sichern:

[root@fedora ~]# tar czf /tmp/etc-`date +%F`.tar.gz /etc
[root@fedora ~]# mv /tmp/etc-*.tar.gz /home

Bevor man nun losrennt, lohnt sich ein Blick in die Dokumentation, speziell Kapitel 9.10 “Upgrading an existing system”.

Möglichkeit 3: Der Weg über die Konsole

Grafische Installer sind ja schön und gut – aber was ist mit dem hackedyhack-Weg über die Kommandozeile? Auch wenn offiziell empfohlen ist das selbstverständlich möglich. Bitte auch hier unbedingt vorab Backups erstellen!

Zuerst loggt ihr euch aus der grafischen Oberfläche aus und wechselt dann in den Textmodus:

Strg-Alt-F2

Dort meldet ihr euch als root mit dem entsprechenden Passwort an, befödert euer System in’s Runlevel 3 und stellt sicher, dass Yum aktuell ist:

[root@fedora #] init 3
[root@fedora #] yum update yum

Als nächstes braucht ihr GPG-Keys für die Fedora Repositories:

  • Fedora 16:
    [root@fedora #] rpm --import https://fedoraproject.org/static/A82BA4B7.txt
  • Fedora 15:
    [root@fedora #] rpm --import https://fedoraproject.org/static/069C8460.txt

Wichtig: Beim Wechsel von Fedora 15 auf 16 werden – bedingt durch die Umstellung von SysV auf systemd – aktive Dienste nicht weitergegeben. Notiert euch diese also unbedingt vor dem Upgrade und aktiviert sie danach “von Hand” wieder:

[root@fedora ~]# chkconfig --list |grep on > ~/previously-running-services

Der letzte Schritt vor dem Upgrade ist, alte Pakete aus dem Cache zu werfen:

[root@fedora #] yum clean all

Der eigentliche Upgrade-Schritt – entweder mit externen Repositories oder ohne diese:

[root@fedora #] yum --releasever=<gewünschte_release_nummer> distro-sync
[root@fedora #] yum --releasever=<gewünschte_release_nummer> --disableplugin=presto distro-sync

Überprüft, ob alles funktioniert hat:

[root@fedora #] yum repolist yum [root@fedora #] groupupdate Base

Nun erstellen wir noch eine neue Konfiguration für den Bootloader GRUB2 und installieren ihn in das entsprechende Bootdevice (meist /dev/sda):

[root@fedora #] /sbin/grub2-mkconfig -o /boot/grub2/grub.cfg
[root@fedora #] /sbin/grub-install <das_bootdevice>

Jetzt können wir das System neu starten und danach die notierten Dienste wieder aktivieren:

[root@fedora #] systemctl enable <name_des_dienstes>.service

Fertig!

Solltet ihr eine deutlich ältere Version von Fedora einsetzen (12, 11, 10…) gibt es hier ausführliche Hilfen und Hinweise. Und für die Mutigen gibt es bereits eine Anleitung zum Upgrade auf die (derzeitige) Alpha-Version von Beefy Miracle (F17).

Raspberry Pi: Fedora Remix kommt

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Studenten des Seneca Centre for Development of Open Technologys (CDOT) erklären die Entwicklung des Fedora Remix für ARM-Prozessoren, also auch für Raspberry Pi, der am Mittwoch offiziell vorgestellt werden soll. Besonders beeindruckend finde ich die selbst konstruierte Build Farm aus ARM-Geräten, auf der Koji läuft.

Spät abends…

…reicht’s nur noch für solche Schnipsel:

#!/bin/bash
for x in *.mp4 ; do
        echo "converting... ${x}"
        ffmpeg -i "${x}" -vn -acodec libmp3lame -ab 192k \
        convert/"$(echo ${x}|sed 's/.mp4/.mp3/')"
        echo "${x} converted"
        echo "cleaning up... "
        rm "${x}"
done
echo "done!"

OLPC: XO-3 soll Solarzellen und Internet via Satellit bekommen

Das Projekts “One Laptop per Child” hat wieder etwas von sich hören lassen: Der bereits 2008 angekündigte Kinderlaptop für Dritte-Welt-Länder “XO-3″ soll vielleicht noch dieses Jahr kommen und auf jeden Fall unter 100$ kosten. Spannend daran ist, dass Projektleiter Nicholas Negroponte verlauten ließ, man wolle das Gerät sowohl mit Stromversorgung durch Solarzellen als auch mit satellitengestütztem Internetzugang ausstatten. Noch unklar ist hingegen die Lösung der Display-Problematik: Angedacht ist ein Hybrid-Display, das sowohl mit dem von Ebook-Readern bekannten E-Ink, als auch im herkömmlichen LCD-Modus arbeitet. In Sachen Betriebssystem hat man sich gegen Windows entschieden, nicht zuletzt wegen der bisher fehlenden Unterstützung von ARM-Prozessoren seitens Microsoft. Deren Ankündigung mit Windows 8 die energieeffizienten CPUs ebenfalls unterstützen zu wollen, kam für das OLPC-Projekt wohl zu spät. Negroponte meinte, man habe schlicht das Interesse daran verloren und plane derzeit entweder Android oder ChromeOS einzusetzen. (Quellen: PCWorld, 11tech)

UMTS mit Qualcomm Gobi 2000 unter Fedora [Update]

Heute habe ich mich endlich mal dran gemacht und versucht auf meinem Thinkpad L412 das UMTS-Modul einzurichten. Der Chipsatz ist der berüchtigte Gobi 2000 von Qualcomm, für den es nur Windows-Firmware gibt. Glücklicherweise gibt es mit gobi_loader von Matthew Garrett ein kleines Tool, das die Windows-Firmware lädt und sich somit der Chip betreiben lässt.

Entweder man baut sich gobi_loader selbst aus den Quellen und installiert es von Hand. Oder man nimmt – wie ich – Matthews spec-Datei und erstellt sich ein RPM-Paket. Das Fertige gibt es in meinem persönlichen Fedora Repository zum Download.

In weiser Voraussicht hatte ich schon vor Monaten direkt unter Windows 7 das Treiberpaket von Lenovo entpackt, was mit das Gefrickle mit wine (“Obtaining the Firmware“) erspart hat. Entsprechend der Tabelle im Thinkwiki habe ich den Pfad zur korrekten Carrier-Firmware ausgewählt, in meinem Fall T-Mobile, sprich der Ordner “4″. Die darin enthaltene Datei “UQCN.mbn” habe ich zusammen mit den zwei allgemeinen Dateien “amss.mbn” und “apps.mbn”, beide in “UMTS” zu finden sind, nach /lib/firmware/gobi kopiert.
Wichtig: Natürlich funktioniert das nur als root!

Nach einem beherzten Reboot des Thinkpads steht das UMTS-Modul als “Mobiles Breitband” im NetworkManager zur Verfügung.

Update
Sollten unter Fedora 16 die oben beschriebenen Schritte nicht funktionieren, helfen vielleicht diese Schritte:

1. Überprüfen, ob der Chipsatz aktiv ist

~#: lsusb
Bus 002 Device 004: ID 05c6:9204 Qualcomm, Inc

Wenn lsusb diese Ausgabe bringt, ist der Chipsatz noch nicht aktiv.

2. Aktivieren des Chips

~#: /lib/udev/gobi_loader -2000 /dev/ttyUSB0 /lib/firmware/gobi

3. Überprüfen, ob der Chipsatz aktiv ist

~#: lsusb
Bus 002 Device 004: ID 05c6:9205 Qualcomm, Inc.

Der entscheidende Unterschied ist die 5 in 9205, die anzeigt, dass der Qualcomm-Chip jetzt aktiv ist.