Der #Twitterblackout und worum es eigentlich geht

Alles Quatsch dieser 24h-Boykott, wisst ihr selbst. Als ob es Twitter jucken würde, wenn ihr einen Tag lang nichts schreibt. Steht ja zu dem Thema auch alles Mögliche hier, hier und hier. Der eigentlich spannende Punkt ist doch, dass uns die Anfälligkeit einer zentralisierten Infrastruktur wieder schmerzhaft vor Augen geführt wird. Natürlich kennen viele identi.ca, Diaspora und Konsorten. Aber wirklich nutzen? Machen im Verhältnis gesehen eher wenige. Ich auch nicht.

Aber warum eigentlich?

Ein paar Stichpunkte:

  • Keine One-Click-Installer für eigene Instanzen
    Wer hat schon Lust, sich sourcen zu ziehen und alles von Hand einzurichten. Bisher sind Buddycloud die einzigen, die Pakete für Debian anbieten.
  • Keine echte Dezentralität, die per Design erzwungen wird
    Klar, kann ich mir einen Diaspora Pod installieren, aber der bietet direkt die Öffnung für Freunde etc. an.
  • Keine plattformübergreifende Anbindung
    Oder kennt ihr einen guten und schicken identi.ca-Client für Smartphones? Nein, diese custom API-Funktionen lasse ich nicht gelten.
  • Kein durchdachtes Konzept
    Friendika und Appleseed sind die besten Beispiele dafür. Einfach mal losgerannt und alle möglichen Features halbgar implementiert.
  • Die schier ewig dauernde Entwicklungszeit
    Wie lange frickeln Buddycloud und Diaspora eigentlich schon im alpha- oder beta-Stadium rum und speisen uns mit komischen Featureankündigungen hin?

Was meint ihr? Woran krankt das Konzept eines dezentralen social web noch?

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