Liebe Urheber, der Begriff “Kostenloskultur” ist Quatsch!

Um den großartigen Text von Fritz nochmal zu unterstreichen:
Ich verdiene mit meinem Blog Geld.

Ja, genau. Mit diesem Geschreibe, dem Posten von Videos und dem Erstellen von ein paar hilfreichen Tipps zu Linux. Den einen oder anderen Flattr-Klick, ein bisschen Backlink-Selling – und schon kommt was dabei rum. Nicht, dass ich davon leben könnte. Dazu müsste ich viel mehr Zeit investieren und deutlich regelmäßiger schreiben. Aber selbst das bisschen, was ich hier an Frickel-Kram veröffentliche bringt schon Geld aufs Konto. (Detail am Rande: die meiste Kohle kommt für ausführliche Linux-Tutorials. Scheinbar gibt es doch einen Markt für Endkunden-Support…)

Ich stelle mal die steile Behauptung auf: Wer offen auf “das Internet” zugeht und sich faire Modelle überlegt, wird dafür belohnt. Wir alles sind bereit Geld für Dinge auszugeben, die uns wichtig sind. Unabhängig von deren “Qualität”. Denn das ist immer noch ein subjektives Kriterium und Dinge, die mir wichtig sind, haben immer “Qualität”. Nach meinem individuellen Maßstab eben.

Somit ist der Begriff “Kostenloskultur” erwiesenermaßen großer Quatsch.

Die FSFE und die Piraten im Saarland: Warum selbst denken hilft

Mattias Kirschners Gastbeitrag auf netzpolitik.org schlägt grade hohe Wellen, kritisiert der FSFE Fellowship-Koordinator doch die Haltung der Piraten zu Freier Software und den damit verbundenen politischen Bemühungen. Den kompletten Wortlaut der Piraten-Stellungnahme zur Anfrage der Free Software Foundation Europe gibt es hier zum nachlesen.

Besonders frech finde ich, dass Kirschner nur Teile zitiert, ganz offensichtlich um seine Position und den Irrweg der Saar-Piraten zu unterstreichen:

“Dieses Ziel wurde sogar im Grundsatzprogramm der Partei beschlossen: ‘Wir setzen uns für die Förderung von Software ein, die von allen uneingeschränkt benutzt, untersucht, verbreitet und verändert werden kann.’”

Dass es im Rest des Absatzes hauptsächlich darum geht, die Privatsphäre der Nutzer zu stärken und deshalb die Förderung speziell in Bildungseinrichtungen und Verwaltungen vorangetrieben werden soll, lässt er unter den Tisch fallen. Astreine Lobbyarbeit eben.

Ich persönlich sitze da – nicht zu letzt wegen meiner Mitgliedschaft in beiden Gruppierungen – irgendwo zwischen den Stühlen. Auch wenn ich gerade in diesem Kontext nie gedacht hätte, dass Partei- und Foundationposition sich gegenüberstehen. Leider aber hat Kirschner (und somit die FSFE) in meinen Augen einen ganz grundlegenden Punkt missverstanden:

“Die Piratenpartei Saarland hingegen scheint sich für das “Recht” von Rechtverwertern stark zu machen, Nutzern restriktive Lizenzen aufzudrücken.”

Ich halte es für deutlich weniger “frei”, wenn die Privatwirtschaft zur Veröffentlichung ihrer Arbeit unter freien Lizenzen gezwungen wird. Man mag proprietäre Software ablehnen. Man mag offene Standards bevorzugen. In Kommunen, im öffentlichen Dienst und in der Verwaltung ist das auch absolut unerlässlich. Was jedoch in der Privatwirtschaft läuft, geht die Politik absolut nichts an. Ich möchte nicht, dass sich Partei XY anmaßt, sich bei meinem Arbeitgeber einmischen zu müssen. Egal ob dieser Freie Software anbietet oder nicht.
Meiner Ansicht nach steht das F in FOSS nicht für “forced”, sondern für “free”.

PDFs direkt im Browser anzeigen mit Evince

Evince ist standardmäßig der Dokumentenbetrachter von Gnome, aber auch von Xfce. Mit einer vollwertigen Textsuche, Thumbnails, Lesezeichen ist er trotzdem schnell und leichtgewichtig. Grafiken werden von der Cairo-Library dargestellt, die mit Hilfe der Grafikkarte schnell und hochwertig rendert.

Mit mozplugger lassen sich PDF-Dateien im Firefox eingebunden anzeigen.

[user@fedora ~]$ su -c 'yum install mozplugger'

Leider klappt das nicht auf Anhieb, Evince öffnet PDFs nach wie vor in einem separatem Fenster. Grund hierfür ist, das ein entsprechender Eintrag in der Konfigurationsdatei fehlt.

1. Um das Problem zu beheben öffnen wir als root die Datei /etc/mozpluggerrc mit Vi:

[root@fedora ~]# vim /etc/mozpluggerrc

2. Dort springen wir direkt zur Zeile 282 und fügen danach eine neue Zeile für Evince ein:

:282
repeat noisy swallow(evince) fill: evince "$file"

Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus:

application/pdf:pdf:PDF file
application/x-pdf:pdf:PDF file
text/pdf:pdf:PDF file
text/x-pdf:pdf:PDF file
	ACROREAD()
        repeat noisy swallow(evince) fill: evince "$file"
	repeat noisy swallow(kpdf) fill: kpdf "$file"
	repeat noisy swallow(Xpdf) fill: xpdf -g +9000+9000 "$file"
	repeat noisy swallow(okular) fill: okular "$file"
	GV()
	repeat noisy fill exits: evince "$file"

3. Abschließend speichern, Vi schließen und den Firefox neu starten:

:wq

Fertig!

Google und das Dienste-Universum: Teil 1 – Websuche

Als ersten Schritt meiner Reihe “Google und das Dienste-Universum: Freiheit oder Bequemlichkeit?” habe ich die Websuche in Angriff genommen. Dank DuckDuckGo ein recht simples Unterfangen, hier was ich im Detail gemacht habe:

Browser
Ich nutze hauptsächlich Chromium. Auf der Startseite von DuckDuckGo findet sich rechts unten ein Button, der die nötigen Schritte zur Umstellung erklärt.

  1. Rechtsklick auf die Adressleiste
  2. Auf “Suchmaschinen bearbeiten…” klicken
  3. DuckDuckGo in der Liste suchen. Falls es – wie bei mir – nicht auftaucht, einfach auf den “click here”-Link gehen und die Suchmaschine von Hand eintragen. Da ich die Seite auf Deutsch und mit SSL verwenden möchte, habe ich den Suchlink angepasst:
    https://duckduckgo.com/?q=%s&kl=de-de
  4. Optional: Über sog. “bangs”, als Stichwörter mit Ausrufezeichen davor lassen sich die Suchergebnisse steuern. Ich nutze das nicht, daher hier nur der Link zur Doku.
Für Firefox funktioniert der Vorgang sehr ähnlich, die Beschreibung findet sich auch wieder auf der Startseite rechts unten. Für weniger verbreitete Browser gibt es ebenfalls einfache Anleitungen.

Smartphone
Bei einem Android-Smartphone gestaltet sich das Ganze - wer hätte es gedacht - schon deutlich schwieriger. Einerseits, weil die Google-Suche komplett im System, speziell im Browser, verzahnt ist. Andererseits, weil die offizielle DuckDuckGo-App nicht kompatibel mit Android 4 ist.

  1. Die Such-App gibt es auch direkt zum Download, man muss nur die Installation von Fremdapps in den Systemeinstellungen zulassen.
  2. Wer ganz viel Zeit und Nerven hat, kann sich die Android-Sourcen ziehen und die Browser-App mit einigen Veränderungen selbst neu kompilieren. Ich werde das nicht tun, lieber suche ich nur mit der DDG-App.

Desktop
Auch wenn ich sie kaumgar nicht  nutze, habe ich die Suchfunktion der Gnome Shell ebenfalls auf DuckDuckGo umgestellt:

  1. Die XML-Datei herunterladen:
    http://duckduckgo.com/opensearch_ssl.xml
  2. Als root an diese Stelle schieben (und gleich mit umbenennen):
    ~#: mv opensearch_ssl.xml /usr/share/gnome-shell/search_providers/duckdg.xml
  3. Die Google-Suche löschen:
    ~#: rm /usr/share/gnome-shell/search_providers/google.xml
  4. Abschließend mit Alt+F2 ein Kommandofenster öffnen und die Gnome Shell mit “r” und Enter neu laden.

Fertig!

Google und das Dienste-Universum: Freiheit oder Bequemlichkeit?

Googles Dienste (Symbolbild)

Ich habe mir, angestoßen durch Moritz, mal wieder Gedanken über mein Nutzungsverhalten von Google und ihrer Rundumversorgung im Netz gemacht. Wie schon oft zuvor bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich Bauchschmerzen bei den meisten Dingen habe. Leider bin ich aber ein fauler Hund und nutze einige Dinge trotzdem. Und was noch viel schlimmer ist: ich bin mittlerweile auf einige Services täglich angewiesen. Wildes Rumspielen und Ausprobieren ist also nicht so ohne weiteres  drin.
Trotzdem möchte ich das Experiment wagen.

Was ich möchte
Ziel ist es, in den kommenden Wochen zu Versuchen, nach und nach alle von mir genutzten Google-Dienste zu ersetzen. Durch freie, von mir selbst voll kontrollierbare Software.
Update: Es geht mir dabei explizit nicht darum, Googles Angebot zu kritisieren oder gar schlecht zu machen. Es absolut seine Existenzberechtigung. Ich will vielmehr zeigen, wie es auch anders geht. Alternativewege eben, da ich es immer gut finde, die Auswahl zu haben und nicht auf nur eine Möglichkeit  beschränkt zu sein.

Was ich nicht möchte
Ich möchte nicht auf Biegen und Brechen oder mit immensen Zeitaufwand alles ans Laufen bekommen. Ein lokaler Mailprovider ist bsw. vollkommen legitim.

Was ich auf keinen Fall will
Mich mit der Datenschutz-Diskussion rund um Google rumschlagen. Echt nicht. Dazu wurde schon alles gesagt.

Dinge, die ersetzt werden sollen
(Ja, da sind Punkte dabei, die unrealistisch sind. Trotzdem will ich mir die Möglichkeiten anschauen)

  • Web Suche
  • Mail
    Wichtig: IMAP
  • Talk
    XMPP, Jingle-Videochat ist nice to have
  • Maps
    Natürlich auch unterwegs.
  • Kalender mit Synchronisation
  • Feed Reader
    synchronisiert, auch mobil lesbar
  • Chrome Webstore
    Es geht um einige Apps wie Tweetdeck, Hotot oder Springpad
  • Android
  • Android Play
    Ja, der Market ist explizit aufgeführt. System und Bezug von Apps sind zwei paar Schuhe.
  • Mit niedriger Priorität: News, Google+, Youtube

 

Da ist man lieber still – Am rechten Rand der Republik

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Die Reportage führt nach Ostvorpommern und sucht nach Antworten auf die Frage, warum NPD und rechtes Gedankengut hier so gut Fuß fassen konnten. Unglaublich bedrückend.
Für ihren Film “Da ist man lieber still – Am rechten Rand der Republik” reiste Autorin Eilika Meinert 2007 durch die Dörfer und Kleinstädte Ostvorpommerns, traf auf Bürgermeister, Jugendliche, Landwirte und besorgte Eltern und machte sich auf, eine Antwort auf die Frage zu finden, warum die NPD in den nordöstlichsten Wahlkreisen der Bundesrepublik so erfolgreich sein konnte und wie sich der Bedeutungsverlust der etablierten Parteien erklärt.