Die Kommunalwahl ist durch, mal eben noch in den Kaffeesatz geschaut:
Entweder die CSU bekommt mit dem bürgerlich-rechtsnationalen Block eine Mehrheit hin oder die Sozen dürfen auch mal wieder mitspielen. Das wars.

Das bedeutet unterm Strich, dass sich auch in den nächsten 6 Jahren in Augsburg nichts ändern wird. Auf der einen Seite ein zersplittertes linkes Lager, das es nicht schafft Kräfte zu bündeln und kaum aktiv sichtbaren Wahlkampf gestemmt bekommt. (Nein, die Stadt endet nicht mit Tarifzone 1, liebe Hipster-WG!)
Auf der anderen Seite ein bürgerliches Lager in dem man sich genauso überkreuz ist, aber mit Gribl und dem „Ich bin kein Nazi, aber…“-Radlverkäufer halt gleich zwei große Profiteure dieser Situation hat.
Irgendwo dazwischen schweben, wie in ein paar Seifenblasen, Freie Wähler und SPD: Fackeln-und-Mistgabeln-Schafitel alleine reicht halt nicht, oder kennt ihr deren Listenplatz 2? Und wenn ich einen profillosen Schwiegersohn brauche, kann ich statt Stefan Kiefer auch gleich den Gribl nehmen.
Einzig die Grünen stehen souverän da, haben ihr Ergebnis von 2008 gehalten. Da hat sich scheinbar das Image als einzige wirklich konstruktiv arbeitende Oppositionspartei ausgezahlt und den Bundestrend abgefangen.

Alles in allem wird der Ausverkauf des Tafelsilbers und das kulturelle Dahinsiechen der Stadt weitergehen. Die Schere zwischen Arm und Reich wird auch auf niedrigster politischer Ebene weiter auseinander gehen. Es wird weitere Großbauprojekte geben, während in Schulen die Löcher undicht sind. Die Anbindung des Speckgürtels wird weiterhin beschissen bleiben, während die Städte außenrum gemütlich von ihrer Lage profitieren.

Aber – hey! – immerhin wissen wir, was uns erwartet. Das ist ja auch schon was wert. Da kann man dann schon mal für die kommendenen Jahre andere Pläne machen.