Blogs schreiben in 2013: Revive and reclaim!

Weder halte ich viel vom Begriff des „Alpha-Bloggers“ noch von der Mehrheit der eben so bezeichneten Personen. Glücklicherweise ist diese Glorifizierung in den letzten 1-2 Jahren deutlich zurück gegangen, und so scheinen sich auch die mit schier unendlicher Aufmerksamkeit gesegneten Häuslers, Lobos und Richels langsam auf den Trichter zu kommen, dass eine dezentrale Struktur wichtig – ja, überlebenswichtig! – für das Netz als solches ist.

Johnny Häusler ruft in seinem Beitrag dazu auf, das Web zurück zu erobern:

„Es wird also Zeit, dass wir uns – und damit meine ich alle Internet-Nutzer, deren Nutzungsverhalten über den gelegentlichen Online-Einkauf von Waren hinaus geht – das Web zurückholen.“

Ich unterstreiche das. Und gleichzeitig erweitere ich das Statement um einen ganz pragmatischen Ansatz:
Verlinkt gegenseitig, referenziert gute Beiträge, lasst interessante Artikel nicht in Tweets und ReadItLater-Listen verschwinden. Warum nicht den „Lesenswerter Artikel“-Tweet um ein, zwei Sätze erweitern, eigene Gedanken dazu packen und in einen eigenen Blogpost kippen. Die selbe Hyperaktivität und Begeisterungsfähigkeit, die wir auf Twitter und (rudimentär) in anderen Netzwerken entwickelt haben, ist nichts per se Schlechtes. Im Gegenteil: Genau das ist es, was ein offenes und unabhängiges Netz ausmacht. Die Frage ist nicht ein „ob“ sondern vielmehr ein „wo“ und „für wen“.

Für mehr Tiefe und ein bisschen Entschleunigung

Mit Stephan hatte ich in diesem Kontext eine DiskussionUnterhaltung auf Twitter. Fazit daraus für mich ist, dass es mit dem Bloggen und (exemplarisch) Twitter ist, wie mit Pizzaservice und selbst gekochtem wertvollem Abendessen: Beides geht gut und hat seine Berechtigung. Entscheidend ist nur, nicht ein einseitiges Übergewicht und Heißhunger (und die damit verbundenen Kurzschlussreaktionen) entstehen zu lassen.
Ich mag Twitter und seine Geschwindigkeit, Spontanität und Hyperaktivitität. Aber genauso gerne lese ich gute Blogposts mit Tiefgang, egal ob lang oder kurz. Hauptsache überraschend, aufrüttelnd, spannend, begeisternd. Das „entschleunigt“ Diskussionen und verschafft Luft um zu fokussieren.

Viele, kleine Communities

Was mich an lange bestehenden Blogs immer fasziniert hat, sind die Mikrocommunities die sich dort gebildet haben. Schau mal in eure Followings und Followers: Wie viele Überschneidungen gibt es da? Ich wette einige. Man baut sich halt so seine kleine Gemeinschaft auf, folgt sich gegenseitig. Und das ist es, was für Blogs wieder mehr betrieben werden muss: thematisch verwandte Blogs verlinken, Gastbeiträge schreiben und ermöglichen, lokale Communities mit Bloggertreffen starten, gerne auch das Ironblogger-Konzept weiter in die Breite tragen.

In diesem Sinne:
Revive your blogs and reclaim the web!

Update:
Mit Axl zieht der Erste schon mit! Er hat sich vorgenommen, mindestens einmal pro Woche zu bloggen. Als Belohnung genehmigt er sich dann ein Bier.
Auch Stephan hat das sein Blog entstaubt und schreibt über die Zukunft des Microblogging. Mit Heello erwähnt er da einen Dienst, der bisher komplett an mir vorbeigegangen ist. Die arbeiten an einem werbe- und premium-finanzierten Dienst, der wohl deutliche offener als Twitter sein soll. Spannend, das!

3 Gedanken zu „Blogs schreiben in 2013: Revive and reclaim!“

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