Fefe hat Frust

…und ich kann ihn verstehen:

Was mich an den Piraten immer am meisten schockiert, ist diese Dummheit. […] Dumm im Sinne von „ich weiß nicht nur nichts, ich traue auch den Leuten nicht, die was wissen“.
via Fefes Blog

Die von ihm aufgezählten Beispiele, die sich endlos weiter führen lassen, sind die von außen sichtbare Form der Arroganz, mit der ein Großteil der twitterbasierten Blase allem begegnet, was nicht Teil der Blase selbst ist.

Das geht von bedingungslosem Grundeinkommen über Feminismus, Asylrecht und gipfelt bei der ständigen Mitgliederversammlung. Nicht, dass das alles keine wichtigen Themen wären. Es ist vielmehr die ignorante Borniertheit, die man immer „denen da oben“ vorwirft und über die man sich lustig macht. Diese nämlich schlägt jedem entgegen, der sich mit den Themen auseinandersetzen und sie konstruktiv voranbringen will. Kombiniert mit einem schier blinden Beißreflex gegenüber anderen Meinungen und Positionen bekommt man als Endergebnis, dass das Gesamtprojekt Piratenbewegung schrittweise an die Wand gefahren wird.

Dass viele Piraten (innerhalb und außerhalb der Parlamente) gute und erfolgreiche Arbeit leisten, interessiert dabei dann auch kaum noch jemanden. Denn man hat sich den Revolver mit der Aufschrift „Twitter ist ein ganz wichtiges Partei-Medium“ über die letzten Jahre selbst an’s Knie montiert. Und bekommt jetzt die Quittung in Form von diversen Schüssen in Selbiges: Huch, Journalisten ziehen sich irgendwelches gegenseitiges Angepisse aus euren Timelines? Egal, wie halbgar das ist? Das ist ja eine Überraschung.

Kein Rant ohne Lösungsvorschlag:
Macht einen Infostand und versucht den Menschen INDECT oder die Bestandsdatenauskunft zu erklären. Das treibt euch eure rotzige Art ganz schnell aus.

9 Gedanken zu „Fefe hat Frust“

  1. Zum Lösungsvorschlag: Infostände sind eigentlich etwas, was zumindest einige Piraten sehr gut drauf haben. Aber ich vermute, das sind dann auch nicht dieselben, die sich auf Twitter gegenseitig zerfleischen.

    Zum Rest: Die Partei fährt sich an die Wand, weil sie es schafft, gute Menschen zu vergraulen. Ob ich gut bin, weiß ich nicht, aber auch mich haben sie nun dazu gebracht, sie zu verlassen. Ich werde mich bestimmt nicht emotional aufreiben lassen, weil ein paar Spacken meinen, dass Beißen, Kratzen, Schlagen die neuen Umgangsformen sein sollen. Die viel beschworene Piratenliebe ist jedenfalls sehr, sehr weit hergeholt. Leider. War mal anders. Ganz anders.

    1. Ich halte ich mich aus der Bundesebene tunlichst raus, einerseits aus Desinteresse und andererseits aus Selbstschutz. Dieses Prinzip hat sehr lange gut funktioniert, weil auf lokaler Ebene die Stimmung gut und die Krawallbrüder kaum vorhanden waren.

      Inzwischen hat sich das gewandelt und die Tendenz geht dahin, dass aktive Arbeit quasi nur noch blockiert und verhindert wird. Ich kann jeden verstehen, der keinen Bock mehr darauf hat und sich zurückzieht. Wenn ich sehe, wie viele Leute sich wieder in ihre Projekte und Ursprungscommunities zurückziehen, kann ich es ihnen nicht verdenken und würde es am liebsten genauso machen.

      Momentan hält mich im Konstrukt „Piratenpartei“ einzig mein Verantwortungsbewusstsein und die Hoffnung, dass nach der den verlorenen Wahlen im September viele gehen.

      1. Verantwortung habe ich schon lange abgegeben; bis auf technische Betreuung fürs Bezirksblog gibt es nix, was mich hält. Die Strukturen im Bezirk stehen; die sind schon alle groß und können nun alleine laufen.

        Ich bezweifle, dass sich nach September alles wieder bessert. Seit 2009 hat sich auch viel eingeschlichen, was durch eine einzige (verlorene) Wahl nicht wieder weggeht. Ich glaube, man merkt ganz gut, dass ich desillusioniert bin. Auch das war mal anders.

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