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“Ich will einfache Verschlüsselung!1elf!” – Was habt ihr erwartet?

Seit Jahren fristen Cryptotechnik und Verschlüsselungstools ein Nischendasein, sind nur interessant für Techies und Überwachungsphobiker. Kaum jemand steckt Zeit, Energie oder Geld in die Entwicklung einfacher Werkzeuge. Nachvollziehbar, bei einer quasi nicht existenten Nachfrage.
Jetzt rauschen Snowden und die NSA-Kiste durch die öffentliche Wahrnehmung, und plötzlich schreien alle nach sicherer, privater Kommunikation. Cryptopartys haben regen Zulauf; heml.is und Threema werden mit Nutzern und Crowdfunding überrannt.

Gleichzeitig aber wächst die Gruppe derer, die nur am Meckern und Nölen sind darüber, dass die Tools ja nicht massentauglich sind. Dass man das ja niemandem vermitteln könne. Und es eigentlich ja überhaupt nichts brächte, wenn nicht viele mitmachten.

Leute, mal ernsthaft: Was zur Hölle habt ihr erwartet? Jeder Depp nutzt WhatsApp, auch diejenigen, die es besser wüssten. Weil es ja so einfach ist. Und schnell jemanden antwittern ist ja auch viel bequemer als den mobilen Mailclient mit PGP zu nutzen.

Das Problem sind nicht in erster Linie die (sicherlich!) verbesserungswürden Cryptotools. Das Problem seid ihr in eurer Vorbildrolle. Wenn sich selbst Hardcore Techies auf ihren GoogleMail-Account verlassen, wieso sollten es dann Durchschnittsuser anders machen?

  • Klickt mal auf prism-break.org rum und helft bei Projekten mit!
  • Teilt euer Wissen in lokalen Communities!
  • Nutzt die Tools so gut es geht auch selbst!

Und vor allem:
Hört auf öffentlich zu nölen. Ihr seid Vorbilder.