„Ihr seid doch nur eine Protestpartei!“ oder: warum Protest wichtig und gut ist

Pro·tẹst, der
Das deutliche Ausdrücken, dass man mit etwas nicht einverstanden ist und eine Änderung verlangt.
(The Free Dictionary)

Häufig bekommen die Piraten zu hören, sie seien nur eine „Protestpartei“ und würden ja nur „Protestwähler“ anziehen. Richtig. Genau das sind wir und – zum Glück! – gibt es „Protestparteien“!

Ein Beispiel:
Ein enttäuschter Wähler ändert seine politische Meinung und wählt bei der nächsten Wahl eine andere Partei. Er bringt so seinen Unmut und seine Enttäuschung zum Ausdruck. Ein Akt der Meinungsäußerung, ein Protest. Somit ist er jetzt ein „Protestwähler“. Und: seine neue Wahl ist damit eine „Protestpartei“.

Findet jemand in diesem Beispiel einen Punkt der ausschließlich auf die Piraten zutrifft? Ich nicht.
Vielmehr sehe ich darin Punkte, die auf jede Partei zutreffen und die einer Demokratie erst zu einem ihrer grundlegenden Momente verhelfen: Meinungspluralität. Und da muss mir erst mal jemand erklären, was daran schlecht sein soll.

Bleibt nur die Frage: warum ist Protest im Parteienkontext so negativ besetzt? Bei Gewerkschaften, Interessensverbänden ist das ja auch nicht der Fall. Oder habt ihr schon mal gehört, dass attac, Greenpeace oder ver.di „nur so eine Protestbewegung“ sei?

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