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Morgen kauf ich mir ein Deutschland-Fähnchen

So ist das mit dem reflexhaften Oberlehrertum.
Mit jeder Belehrung, mit jedem „Du, du, du!“, mit jedem mehr oder minder subtilen Versuch ein schlechtes Gewissen zu erzeugen, erreicht man ein kleines Stückchen das Gegenteil.

Bestes Beispiel: Fußball-WM und die Nationalismuskeule
Ich bin eigentlich kein trotziger Mensch. Was ich mir aber vor jedem internationalen Fußball-Turnier direkt und indirekt anhören muss, löst genau das aus: Trotz. Weder lasse mir ein tolles Sportevent kaputtreden und noch mich verallgemeinernd mit in den Topf des tumben Nationalismus werfen. Als ob ich mit dem 12. Juni jegliches Geschichtsbewusstsein und jegliche Empathiefähigkeit verlieren würde. Als ob ich mich nach dem zweiten Bier beim Fußball-Schauen nicht mehr um die Probleme in diesem Land scheren würde! Am Arsch.

Drum kauf ich mir morgen ein Deutschland-Fähnchen.

Kategorien: Allgemein

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4 Kommentare

  1. Als ob ich wenn ich einer Frau auf den Hintern starre jegliches Geschichtsbewusstsein zur gesellschaftliche Rolle der Frauen und jegliche Empathiefähigkeit verlieren würde.

    Am Arsch.

    Wenn das für dich komisch klingt ist das gut, denn so komisch wirkt dein Argument auf mich.
    Es geht doch nicht darum was du für Gedanken in deinem Kopf hast wenn du für ein Nationalteam fieberst, sondern wie deine Außenwirkung ist, wie du wahrgenommen wirst, was du (ohne Intention) kommunizierst.

    Und wenn dir – offensichtlich – der Anstoß den sich manche an diesen Fähnchen nehmen bewusst ist, dann wirkt das ganze (wiederum subjektiv auf mich) wie ein „Das wird man wohl noch sagen dürfen!“.

    imho

  2. Die Nationalmannschaft holzt Naturschutzgebiet ab, um sich ihr Quartier mit eigenem Trainingsplatz zu bauen; der Bundestrainer verliert wegen Raserei den Führerschein; der Rest der Mannschaft überfährt Unbeteiligte bei einem Werbedreh für einen Automobilherseller; in der sonstigen Werbung der Nationalmannschaft werden Fett, Zucker, Alkohol und Pleitebanken beworben.

    Ich kann deutlich nachvollziehen, dass du mit der Nationalflacke nicht Patriotismus oder Vaterlandstreue sondern Verbundenheit mit den Vorbildern aus der Nationalmannschaft ausdrücke willst.

    • vinzv

      11.06.2014 — 16:32

      Ich schreibe nirgendwo etwas von Vorbildern. Und: ja, mir sind die Probleme der modernen Marketingmaschinerie rund um den Fußball bewusst.

      • Ich behaupte ja nicht, dass du sie als Vorbilder bezeichnest. Durch das Übernehmen von Uniformen (wie der Nationalflagge), identifiziert man sich aber eben mit Wertsystemen und somit auch mit den Dingen, wofür andere stehen.

        Das Verhalten der Nationalmannschaft in letzter Zeit ist – abgesehen von der Wirkung als Werbemaschinerie – empörend. Ich halte es für sinnvoll allein schon durch Verzicht auf Nationalflaggen sich davon zu distanzieren.

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