Museen sind wichtig – und sterben trotzdem

„If you want to do something sharp and innovative, you have to know what went on before. Museums are custodians of epiphanies, and these epiphanies enter the central nervous system and deep recesses of the mind.“ (George Lois, Designer und Autor in „Damn good advice„)

Museen haben häufig ein angestaubtes Image und das leider zu Recht. Dank Misswirtschaft und kruder Mittelverteilung in den letzten Jahrzehnten, kämpfen mittlerweile gerade die erhaltens- und schützenswerten Kulturstätten nicht nur finanziell sondern inzwischen auch materiell um’s Überleben, während an anderer Stelle durch die massive Förderung von „Leuchtturmprojekten“ Sand in unser aller Augen gestreut wird.

Im Wahlprogamm der bayerischen Piraten heißt es dazu:

5. Förderung von Museen und Kunstsammlungen
5.1. Zugang zur Museumskultur erleichtern.
Museen bieten viele Möglichkeiten den eigenen kulturellen Horizont zu erweitern, Altes und Neues kennenzulernen, zu lernen und Spaß am Entdecken zu haben. Es ist daher von großer Bedeutung, dass Museen und eine zeitgemäße Museumspädagogik gefördert werden, da sie sowohl Bildung als auch Freizeit gestalten können. Jeder Bürger muss, unabhängig von sozialem oder finanziellem Status, barrierefreien und erschwinglichen Zugang zu Museen, und damit zu Wissen, Geschichte und Kultur haben können. Wir sprechen uns explizit für eine weitergehende Vernetzung von staatlichen und nicht-staatlichen Museen aus mit einer lebendigen Verleihpraxis zwischen den Museen, die nicht durch überirdisch hohe Versicherungssummen sabotiert wird.

5.2. Digitalisierung von Kulturgut in Museen und Kunstsammlungen.
Wir fordern den umgehenden Beginn nicht nur der Indizierung von Sammlungen, sondern vielmehr einer umfassenden Digitalisierung aller Objekte, die sich in staatlichen und nicht-staatlichen Archiven, Kunstsammlungen oder Museen befinden. Um das digitalisierte Sammeln, Vermitteln und Erhalten von Kulturgut dauerhaft leisten zu können, ist es erforderlich, langfristig die dazu benötigten Finanzmittel zur Verfügung zu stellen und durch eine zentrale Abrufstelle dieser Digitalisierungen diese der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

5.3. Museumspädagogik.
Die Zusammenstellung, Aufbereitung und zeitgemäße Vermittlung von musealen Objekten nicht nur einer einzigen Zielgruppe, sondern vielen heterogenen gesellschaftlichen Gruppierungen wird im Zeitalter der immersiven Bildung immer wichtiger. Nicht nur Kinder brauchen einen niedrigschwelligen Zugang zu musealer Bildung, auch Erwachsene sollen unter dem Stichwort „lebenslanges Lernen“ zu neuen Impulsen und Denkmustern angeregt werden. Eine radikal modernisierte Museumspädagogik kann helfen, angestaubte Inhalte neu zu kontextuieren und größeren Publikumsgruppen näher zu bringen. Kunst zu den Menschen, statt Menschen zur Kunst.“

Und genau hierauf fußen Teile des Kulturpolitik-Antrags zum Programm der Augsburger Piraten für die Kommunalwahl:
(Disclaimer: das sind keine beschlossenen Positionen!)

„Spezialfall Museen 
Die städtischen Museen beanspruchen einen signifikanten Teil der städtischen Kulturmittel, ohne dass ein Bildungsauftrag sichtbar wäre. Hier fehlt ein gesamtstädtisches Museumskonzept, das sich auf die Bedürfnisse der Bevölkerung wie auch die Ausgabensituation im Kultursektor bezieht. Ein Weg dorthin wäre das gezieltere Verteilen der musealen Ressourcen, etwa ausgewähltere Öffnungszeiten im Rahmen eines Konzeptes für selbstverständlichere Nutzung durch die Bürger.“

Sowie:

„Nachwuchsförderung im Kulturbereich
In der heutigen Zeit dürfen wir die Nachwuchsförderung im Kulturbereich nicht vergessen. Dabei gehören nicht nur dazu, dass Heranwachsende kulturelle Ereignisse miterleben, sondern auch die aktive Teilnahme ist von größter Bedeutung. Um eine aktive Teilnahme an Kunst und Kultur zu ermöglichen, ist eine Vernetzung der Schulen mit Institutionen der Soziokultur, der Laienkultur, sowie der in öffentlicher Hand befindlichen Kulturbetriebe enorm wichtig. Die Piraten Augsburg fördern deshalb die Vernetzung mit außerschulischen Institutionen, um den Kindern und Jugendlichen eine aktive Teilnahme an Kunst und Kultur zu ermöglichen.“

Ich würde mich sehr freuen, wenn diese Punkte am kommenden Kreisparteitag in’s Programm aufgenommen werden.

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