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Schlagwort: Freie Software

App.net stirbt: hier ist deine Alternative!

Auch wenn es schon eine Weile ruhig war um App.net, das werbefreie und innovative Social Network, hat es sich doch länger gehalten als ich dachte. Jetzt kommt aber – was vermutlich kaum jemanden überrascht – das engültige Ende.
Ich finde das schade! Auch wenn ich es nicht (mehr) genutzt habe, ist es nie gut wenn Alternativen wegbrechen. Glücklicherweise gibt es mit GNU Social einen Microblogging-Dienst der seit vielen Jahren besteht und aktiv entwickelt sowie gepflegt wird.

Was ist GNU Social?

eine Freie Software für soziale Kommunikation, die den OStatus-Standard zur Kommunikation zwischen Mikroblogging-Diensten implementiert.

Das Projekt ging 2010 als Ableger aus dem Projekt GNU FM hervor. 2013 wurde StatusNet Teil von GNU Social, nachdem sich beide Projekte bereits eine Weile eine gemeinsame Codebasis geteilt hatten. Auch das Projekt Free Social ging zu diesem Zeitpunkt in GNU Social auf. Der Ansatz der Software ist dezentral und aufgrund der freien Lizenz können Unternehmen und Privatpersonen ihre eigenen Server installieren und diese mit dem weltweiten Netzwerk verbinden oder auch lokal betreiben. – Wikipedia

Wer sich noch „identi.ca“ erinnert, kennt StatusNet. Das war die Software dahinter, bereits ab 2008 lief der Dienst.
Zur Erklärung einiger Begriffe lohnt sich ein Blick in das Glossar im Wiki.

Was macht GNU Social besonders?

Warum solltest du es nutzen?

GNU Social stellt den Nutzer und seine Wünsche in den Mittelpunkt.
Finanzielle Interessen gibt es nicht, da alle Entwickler und Admins freiwillig arbeiten. Die Kosten für gnusocial.de beispielsweise trage ich – bis auf ein paar Spenden – seit Jahren komplett selbst. Dank der dezentralen Struktur sind diese Kosten sehr überschaubar. Sollte ich also als Sponsor ausfallen, übernimmt halt jemand anderes die 20€ pro Monat. Solche Fälle gab es schon und sie wurden exakt so geregelt.

Wer kein Geld verdienen muss/will hat auch kein Interesse an den Nutzerdaten. Auf gnusocial.de werden u.a. kein IPs gespeichert. Der Dienst kann komplett anonym genutzt werden. Und falls du mir nicht vertraust: ich oder auch andere Admins helfen gerne dabei einen eigenen Server aufzusetzen, den du dann selbst verwaltest. Du bist dann Teil des Netzwerks.

Wünsche und Ideen der Nutzer fließen in die Arbeit mit ein. Niemand wollte z.B. die algorithmisch sortierte Timeline bei Twitter. Sie kam trotzdem. Bei GNU Social würde es so etwas nicht geben. Die Entwickler sind direkt erreichbar, du kannst Wünsche ganz einfach äußern. Dies gilt auch für die Entwickler der Apps oder die Admins. Und falls du programmieren kannst: mach eine Änderung, reiche sie ein und schon hast du deine Wunschfunktion mit implementiert!

In diesem Sinne: Let’s get social!

Ein Jobangebot für Linux-Enthusiasten

Da es für meine geneigte Leserschaft (auch die in den Planeten von OSBN und Debianforum.de) vielleicht interessant ist oder jemand jemanden kennt: Mein Arbeitgeber sucht derzeit Mitarbeiter für Kundenbetreuung, Support & Service im Bereich Linux.

Zur Verstärkung unseres Teams in Königsbrunn suchen wir Sie.

Wir freuen uns auf Sie als:

Mitarbeiter (m|w) Kundenbetreuung, Support & Service

Ihre Aufgaben in unserem Haus umfassen:

  • Durchführen von Hardwaretestes
  • Technische Beratung und Unterstützung von Kaufinteressenten telefonisch als auch in schriftlicher Form, vorwiegend per E-Mail
  • Technische Hilfestellung bei Fragen zu Betriebssystemen der Linuxfamilie, insbesondere Ubuntu
  • Prüfung von Kundengeräte auf Hard- oder Softwarefehler sowie deren Beseitigung

Mehr Infos gibt es im Firmenblog. Für Rückfragen stehe ich natürlich auch gerne zur Verfügung.

Quicktipp: Benutzer wechseln mit Xfce unter Debian Stretch

Vorweg: Die Anleitung bezieht sich auf Debian Stretch (Testing), sollte aber auch mit Stable bzw. Sid funktionieren.

Neuerdings brauche ich auf meinem Notebook zwei Benutzerkonten – eins privat und eins beruflich. Um nicht alle Fenster immer wieder öffnen und alles neu laden zu müssen gibt es bei Xfce ja so ein kleines Applet für die Menüleiste bzw. einen Button im Whisker-Menü. Leider funktionieren die unter Debian Stretch nicht auf Anhieb. (Das kann gut an meiner Minimalinstallation liegen!)

Jedenfalls lässt sich der Umstand sehr leicht beheben.

Für das Whisker-Menü:

  1. LightDM installieren
    Du solltest LightDM installiert haben, wovon in der Regel auszugehen ist. Außer du findest den textbasierten Login super, aber dann brauchst du auch keinen grafischen Benutzerwechsel. Also:
    sudo apt install lightdm
  2. Rechtsklick auf das Whisker-Menü Eigenschaften Reiter „Befehle“
    Hier trägst du bei „Benutzer wechseln“ Folgendes ein:
    dm-tool switch-to-greeter
  3. Schließen, fertig.

Für das Applet „Aktionsknöpfe“:

Dieses Applet sucht nach einem Teil von Gnomes Display Manager GDM3. Den willst du nicht installieren, außer du legst Wert auf rund 380 MB sinnlos verbrauchten Festplattenplatz. Also müssen wir dem Applet einen gdmflexiserver vorgaukeln:

  1. sudo nano /usr/local/bin/gdmflexiserver
  2. Das hier reinkopieren und speichern (Strg+X):
    #!/bin/sh
    /usr/bin/dm-tool switch-to-greeter
  3. Die Datei noch ausführbar machen:
    sudo chmod +x /usr/local/bin/gdmflexiserver
  4. Applet entfernen und wieder hinzufügen – fertig!

Liferea 1.12 von Hand unter Debian Stretch installieren [Update]

Update: Mittlerweile ist v1.12-rc1 in den Repositories verfügbar.

Liferea ist ein feiner Desktopclient für RSS-Feeds, der nebenbei auch noch mit TinyTinyRSS synchronisiert. So lassen sich mobil auf dem Smartphone und zu Hause am PC gelesene Feeds sauber auf dem gleichen Stand halten.

In den Repositories von Debian Stretch (wie auch in allen anderen Debian Suiten) ist selbstredend nur eine stabile Version von Liferea verfügbar. Leider ist diese Version seitens des Upstreams schon ziemlich alt (v1.10.19) und auch nur ein Wartungsrelease, was das ganze nicht gerade besser macht. Aber der Entwickler ist glücklicherweise fleißig und hat Mitte September einen ersten RC1 veröffentlicht der eine Vielzahl an Verbesserung bringt!

Hier nun die nötigen Schritte um Liferea 1.12-rc1 von Hand zu kompilieren:

  1. Liferea ist bei dir bereits installiert? Weg damit!
    sudo apt purge liferea liferea-data
  2. Abhängigkeiten installieren
    sudo apt install libtool gettext libxml2-dev libxslt1-dev sqlite3  libsqlite3-dev libwebkitgtk-dev libjson-glib-dev libgirepository1.0-dev gsettings-desktop-schemas-dev libpeas-dev libwebkit2gtk-4.0-dev

    Optional, aber für die Nutzung von Plugins nötig:

    sudo apt install python3-cairo
  3. Quellcode herunterladen, entpacken und ins Verzeichnis wechseln
    wget https://github.com/lwindolf/liferea/releases/download/v1.12-rc1/liferea-1.12-rc1a.tar.bz2
    
    tar jxvf liferea-1.12-rc1a.tar.bz2
    
    cd liferea-1.12-rc1a
  4. Stop – eigentlich käme jetzt ./configure, aber bei Debian Stretch würdest du in folgende Fehlermeldung laufen:
    "You should recreate aclocal.m4 with macros from libtool..."
    Um das zu vermeiden, erzwingst du die erneute Erzeugung der genannten Skripte mit den korrekten Versionen.

    autoreconf --force --install
  5. Aber jetzt, der bekannte Dreisatz:
    ./configure
    make
    sudo make install

    Das war alles. Ich bin gespannt, wie sich Liferea entwickelt. Bis jetzt sieht das alles schon recht gut aus. Und vielleicht schauen sich andere Clients (ja, Akregator – du bist gemeint!) dann auch mal endlich den TTRSS-Sync ab.

GIMP-Tipp: Grünen Rand beim Anti-Aliasing loswerden

gimp-logoGIMP verwendet für die Darstellung von Schriften sein eigenes Subpixel-Rendering. Das führt dazu, dass mit den Standardeinstellungen ein hässlicher grüner Rand um die Schriften angezeigt – und auch beim Export mit weitergegeben wird.

Dies lässt sich mit einem einfachen Tipp unterbinden:

  1. Eigene fonts.conf für GIMP erstellen:
     vim .gimp-2.8/fonts.conf
  2. Diese Einstellungen kopieren und einfügen:
    <fontconfig>
      <match target="font">
        <edit name="rgba" mode="assign">
          <const>none</const>
        </edit>
      </match>
    </fontconfig>
  3. Speichern, GIMP neu starten – fertig!

KShutdown manuell kompilieren unter Debian

KShutdown ist ein kleines aber recht bequemes Tool um Rechner zeitgesteuert herunterzufahren, in den Ruhezustand zu setzen oder einzelne Medienplayer zu steuern. Die Paketversion in Debian Jessie und Stretch ist zwar aktuell zur stabilen Upstreamversion, aber es gibt neuere Betaversionen. Falls man KShutdown also unter Debian mit KF5/Plasma 5 direkt aus den Quellen kompilieren möchte sind folgende Schritte nötig:

  1. Entwicklerpakete installieren
    sudo apt install build-essential libkf5config-dev libkf5configwidgets-dev libkf5xmlgui-dev libkf5notifications-dev libkf5notifyconfig-dev libkf5idletime-dev gettext
  2. Quellcode holen
    Entweder das Zipfile herunterladen: http://kshutdown.sourceforge.net/download.html
    Oder über Subversion:

    svn checkout http://svn.code.sf.net/p/kshutdown/code/trunk/kshutdown2 kshutdown-code
  3. Im Quellcode-Verzeichnis:
    ./Setup-kf5.sh
    
    sudo make install

    Das war’s! Mehr Infos zum Kompilieren unter KDE4, generell Qt für Gnome und Xfce oder auch Windows gibt es auf der Seite von KShutdown.

Quicktipp: Systemressourcen sparen

Moderne Browser sind echte Monster wenn es um Systemressourcen geht. Egal ob Firefox, Chromium oder Epiphany Gnome Web – mit etwas Komfortbedarf steigt auch exponentiell die Speicher- und CPU-Last.

Anstatt jetzt das Programm zu beenden und beim nächsten Start ewig zu warten, bis alle zig Tabs wieder geladen sind, greifst du ganz einfach auf folgenden Befehl zurück:

pkill -STOP firefox

Und wenn es weitergehen soll:

pkill -CONT firefox

Fertig!

(Bildquelle CC0)

Spotify unter Linux: Zwei Kurztipps

Mit Debian & Derivaten Spotify zu nutzen ist ja kein Hexenwerk, hierfür gibt es zum Glück eine recht einfache Anleitung. Zwei Dinge funktionierten bei mir aber nicht bzw. haben mich gestört.

1. Fehlende libgcrypt.so.11

Sollte nach der Installation beim ersten Start nichts passieren und beim Aufruf über das Terminal eine fehlende „libgcrypt.so.11“ bemängelt werden, reicht es das Paket libgcrypt11 aus den Wheezy-Repositories zu installieren. Dies gilt natürlich nur für Jessie oder – wie in meinem Fall – für Stretch. Die Datei gibt es hier zum Download für die jeweilige Architektur, im Normalfall amd64.

sudo dpkg -i libgcrypt11_1.5.0-5+deb7u1_amd64.deb

2. Nervige Benachrichtigungen

screenshot-spotify-notification
Beim jedem Songwechsel meint Spotify mir das mitteilen zu müssen. Ich bin nicht doof, ich merke wenn ein Lied zu Ende ist und das nächste beginnt. Leider gibt es in den Einstellungen keine Möglichkeit diese Funktion zu deaktivieren. Also hilft nur die Brechstange über das config file:

vim ~/.config/spotify/Users/[Spotify Nutzername]-user/prefs

Dort folgende Zeile einfügen und danach Spotify neu starten:

ui.track_notifications_enabled=false

Das war’s, schon ist Ruhe!

 

100.000$ für blinde Menschen und den Zugang zu Computern

Während der Zugang zum Internet Menschenrecht sein soll, wird leicht vergessen, dass man überhaupt erst einmal Zugang zu einem Computer braucht. Problem daran ist, dass es weltweit rund 360 Millionen Menschen mit Sehbehinderung gibt. 90% dieser Menschen leben in Entwicklungsländern und haben nicht die finanziellen Mittel für kostenpflichtige Software. Aber auch in Industriestaaten sieht es nicht besser aus: allein in den USA sind 80% aller Sehbehinderten arbeitslos und haben auch keine Chance jemals einen Job zu bekommen.

Jonathan Nadeau ist seit seinem 14. Lebensjahr durch einen Autounfall auch sehbehindert. Er sagt von sich selbst, dass er aus erster Hand weiß wie wichtig der Zugang zu Technologie ist, um möglichst selbstbestimmt leben zu können. Jonathan möchte zusammen mit der Accessible Computing Foundation 100.000$ sammeln, um zwei Entwickler in Vollzeit für die Entwicklung des Screenreaders Orca zu bezahlen. Ziel ist es, diesen massiv zu verbessern und so sehbehinderten und blinden Menschen mit freier Software den Zugang zu Computern zu ermöglichen.

Bitte unterstützt diese Kampagne – wenn nicht finanziell, dann indem ihr sie verbreitet!

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