Wie viel „Judäische Volksfront“ steckt in dir?

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Marcus Ertle stellt in der „Neuen Szene“ die These in den Raum, das linksalternative Lager in Augsburg sei ein jämmerlicher Haufen.
Ich kann ihm da kaum widersprechen.

Allein die geistigen Brandstifter von AfD und den Kacknazis BIA haben zusammen schon mehr Unterstützer als wir Piraten, Polit-WG und die (semi-linke) ÖDP. Dazu kommt noch der konservative Unions-Zombie „Neue CSM“ mit gut 500 Stück. Alles in allem rund 1.400 Menschen, die lieber rechts der CSU wählen möchten gegenüber knapp 500 Leuten links davon. Und dabei wird voraussichtlich auch bleiben.

Marcus konstatiert, dass es „die Szene“ scheinbar für sinnvoller hält, nur rumzumeckern aber politische Prozesse zu meiden. Noch verschärfend dazu meine ich, dass man wohl lieber weitere 6 Jahre die Subkultur gegängelt, vom reaktionären Verwaltungsapparat rechte Demonstrationen völlig unbehelligt in der Altstadt ermöglicht und alle möglichen Vorzeigeprojekte in dieser Stadt ignoriert sehen möchte.
In der Frühlingssonne hinter Absperrung ein bisschen Fähnchen zu schwenken bekommt die ach-so-politisch Engagierten hin. Gerne sitzt man auch stundenlang im Kulturpark West ‚rum und schimpft über Grab & Co. Aber wehe wenn es mal gilt tatsächlich Verantwortung zu übernehmen! Da lässt man den bourgeoisen Hintern dann doch lieber auf der hipsteresken Couch im nachhaltig beheizten Wohnzimmer.

Dass es von Seiten der SPD, Grünen sowie der Linken kaum Unterstützung – und wenn, dann nur inoffiziell – gibt, verwundert einen da dann auch schon nicht mehr. Wer gibt schon gerne seine geschaffenen Pfründe auf, wenn es um die (eigentlich gemeinsame) Sache geht. Ist es doch einfacher in opposioneller Schimpfhaltung zu verharren, ständig auf ein Zuckerl von Regierungsseite hoffend, anstatt gemeinsam konstruktive Arbeit als breit aufgestellte, vielfältige und unbequeme Opposition zu machen.
Alles immer schön nach dem Prinzip des Radfahrers: Nach oben buckeln, nach unten treten.

Aber so wie es derzeit aussieht, bleibt die linksalternative Szene so wie sie ist: Unfähig zum Minimalkonsens und nicht in der Lage, sich in politischen Prozessen halbwegs klar zu positionieren, nicht mal gegenüber dem gleichen Gegner. Und wie so oft hilft das niemandem – außer eben diesem Gegner und seinen widerwärtig-braunen, hasserfüllten Reinkarnationen.

Augsburg kann Zukunft – aber nur in schwarz-braun.

Screenshot: Life of Brian, Volksfront von Judäa.

15 Gedanken zu „Wie viel „Judäische Volksfront“ steckt in dir?“

  1. vielleicht wählt die szene einfach treu grün (in unkenntnis des erzkonservativen grünen-kreisverband in augsburg) oder halt gar nicht…

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